Italiener boykottieren Nudeln wegen hoher Preise
2007-09-14

Aus Protest gegen geplante Erhöhungen bei den Nudelpreisen haben die Italiener einen Tag lang ihr Nationalgericht boykottiert. Verbrauchergruppen riefen zu einem Kaufboykott von Spaghetti, Fettucini & Co auf. Einen Tag lang war deshalb basta mit Pasta.
Wobei: Was sind das eigentlich für Nudelsorten, die der Italiener da boykottiert? Können Sie sie auseinander halten?
Auf Kundgebungen in Mailand, Rom und Palermo erklärten Redner von Verbrauchergruppen, die Pasta-Preise würden von Zwischenhändlern in die Höhe getrieben. „Der Preis verfünffacht sich vom Produzenten bis zum Endverbraucher!, sagte Toni De Amicis von der Organisation ländlicher Familienbetriebe (Coldiretti). „Das richtige Rezept ist, diese Kluft zu verringern.“
Ein wirkliches „Basta mit Pasta“ wird in dem Land der tausend Nudel-Köstlichkeiten aber niemand durchhalten können, da ist sich der Verband der Pasta-Hersteller ziemlich sicher. „Es gibt kein Gericht, das weniger kostet“, sagt der Vizepräsident der Vereinigung, Furio Bragagnolo. „Wer auch immer beschließt, gegen Pasta zu streiken, wird mehr für jedes andere Essen ausgeben, das er stattdessen kauft. Ein Teller Pasta kostet womöglich weniger als ein Apfel.“
Die Verbraucher müssen demnächst im Supermarkt voraussichtlich 24 bis 28 Cent mehr für das Kilo Weizenmehl bezahlen. Der Großmarktpreis für Hartweizenmehl ist in den vergangenen beiden Monaten beispielsweise in Bologna bereits um 19 Cent gestiegen - und Pasta besteht zu 70 Prozent aus Weizenmehl. Die steigenden Endverbraucherpreise treffen insbesondere Geringverdiener und Rentner hart. „Die Preiserhöhung wirkt sich auf mein Kaufverhalten aus“, sagt die 70-jährige Francesca Sanfelice. „Ich kaufe bereits weniger Brot, das hilft mir, abzunehmen.“
Die Verbraucher müssen demnächst im Supermarkt voraussichtlich 24 bis 28 Cent mehr für das Kilo Weizenmehl bezahlen. Der Großmarktpreis für Hartweizenmehl ist in den vergangenen beiden Monaten beispielsweise in Bologna bereits um 19 Cent gestiegen - und Pasta besteht zu 70 Prozent aus Weizenmehl. Die steigenden Endverbraucherpreise treffen insbesondere Geringverdiener und Rentner hart. „Die Preiserhöhung wirkt sich auf mein Kaufverhalten aus“, sagt die 70-jährige Francesca Sanfelice. „Ich kaufe bereits weniger Brot, das hilft mir, abzunehmen.“
Schuld an der Preiserhöhung ist die Globalisierung und die stark steigende Nachfrage für Weizenprodukte weltweit. Dazu
gehört auch die Herstellung von Biobrennstoffen, sagt der Mailänder Wirtschaftswissenschaftler Francesco Bertolini. Aber auch eine sich verbessernde Ernährungssituation in Schwellenländern ist eine Ursache: Da sich dort mehr Menschen Fleisch leisten können, wird für die Viehmast mehr Getreide verfüttert.
Trotz all des Unmuts: Ein längerer Pasta-Boykott ist in Italien nicht denkbar. Beim führenden Pasta-Hersteller De Cecco ist man sich sicher: „Es ist ein symbolischer Streik, der keine Auswirkungen haben wird.“

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